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Die kleine Pfeifenkunde
 
Pfeife Rauchen ist nicht schwer!
Für einen ungetrübten Tabakgenuss gilt es dennoch einige Dinge zu beachten.

Das Stopfen
 

Zum Stopfen und Reinigen der Pfeife benötigt man ein Pfeifenbesteck, bestehend aus Stopfer, Löffel und Dorn.
Eine Pfeife wird in drei Stufen mit Tabak gefüllt:
Die erste Lage Tabak lässt man in die Pfeife hineinrieseln, stopft leicht nach und fährt mit der zweiten Lage fort.
Wieder vorsichtig nachstopfen und den entstandenen Freiraum mit Tabak auffüllen. Diesmal etwas stärker drücken, aber nicht so stark, dass der unten liegende Tabak zu fest gepresst wird.
Zum Schluss sollte die Pfeife gut gefüllt sein und beim Ziehen einen leichten Widerstand erzeugen.
Einige Tabaksorten müssen jedoch vor dem Stopfen noch vorbereitet werden: Der Tabak sollte eine lose und gleichmässige Konsistenz haben. So sollte ein Normalschnitt einfach nur lose gezupft werden.
Ein Flake (in feine Scheiben geschnittener Presstabak) oder ein Curly Cut (geschnittener Strangtabak mit runder Form) sollte vor dem Stopfen zwischen den Handflächen zerrieben werden.
Versierte Raucher legen die Flakes am Stück zusammen, so dass sie in den Pfeifenkopf passen.






Das Anzünden und Rauchen
 

Zum Anzünden - besonders für edle Pfeifen - verwendet man am besten Pfeifenzündhölzer. Diese sind normalerweise etwas länger und dicker als gewöhnliche Streichhölzer. Natürlich kann man auch ein Feuerzeug verwenden, es sollte aber ein spezielles Pfeifenfeuerzeug mit horizontaler Flamme sein. Ein normales Feuerzeug ist für eine Pfeife ungeeignet, da die Flamme nicht richtig an den Tabak gelangt. Zudem besteht die Gefahr, sich die Finger und die Pfeifenoberfläche zu verbrennen.

Die Flamme wird gleichmässig über dem Tabak hin- und herbewegt, wobei man gleichzeitig leicht an der Pfeife zieht. Nachdem der Tabak nun glimmt, zieht man noch einige Male und drückt dann die Glut behutsam herunter. Manchmal kommt es vor, dass die Pfeife gleich wieder ausgeht. Das ist nicht ungewöhnlich. Einfach die Asche etwas herunter drücken und die Pfeife erneut anzünden.
Natürlich sollte das nicht so aussehen wie auf dem Bild links!

Geraucht wird langsam und in ruhigen Zügen.

Zieht man zu hektisch, wird der Pfeifenkopf heiss und der Tabak bitter. Wenn die Pfeife schlecht zieht oder „gurgelt", ist es besser, sie zu leeren und neu zu füllen. Während der nächsten ca. 45-90 Minuten versucht man nun, die Pfeife am Brennen zu halten und den Tabak möglichst komplett zu rauchen. Dazu drückt man immer wieder die Glut gefühlvoll zusammen.

Eine neue Pfeife muss sorgfältig eingeraucht werden, damit sich eine Kohleschicht von höchstens ein bis zwei Millimeter Dicke bilden kann. Diese Schicht verhindert ein Durchbrennen des Pfeifenkopfes. Ausserdem können die beim Rauchen entstehenden Kondensate weniger ins Holz eindringen und der Tabak schmeckt neutral.
Zum Einrauchen füllt man die Pfeife die ersten fünf Mal nur zu einem Drittel und die zweiten fünf Mal bis zur Hälfte, danach die Tabakmenge langsam steigern.
Der Tabak muss jeweils behutsam und gleichmässig bis zum letzten Rest geraucht werden. Die meisten Pfeifenhersteller behandeln ihre Pfeifen mit speziellen Einrauchpräparaten. Diese ersetzen aber die Einrauchprozedur nicht, sondern erleichtern sie allenfalls.


Die Reinigung der Pfeife
 

Sobald die Pfeife endgültig erloschen ist, lockert man die Asche vorsichtig mit dem Pfeifenlöffel oder dem Dorn, ohne dabei die Kohleschicht im Pfeifenkopf anzukratzen. Dann steckt man einen Pfeifenreiniger in das Mundstück, um Speichel und Kondensat aufzunehmen.
Wenn die Pfeife nach etwa einer Stunde ausgekühlt ist, kann sie entleert und gereinigt werden.
Zunächst wird der Reiniger entfernt und die Asche aus dem Kopf geschüttet. Dabei auf keinen Fall die Pfeife auf einem harten Gegenstand ausklopfen, sondern nur leicht mit den Fingerspitzen antippen. Danach wird das Mundstück im Uhrzeigersinn aus der Pfeife gedreht. Durch wechselseitiges Drehen könnten die Holzfasern im Holm brechen und das Mundstück würde mit der Zeit zu locker sitzen. Nun wird das Mundstück mit einem Pfeifenputzer gereinigt. Dabei führt man den Reiniger von der Bissseite her ein und bewegt ihn einige Male kräftig hin und her. Bei gebogenen Pfeifen kann man den Reiniger leicht drehen, damit er sich problemlos einführen lässt.
Am Schluss sollte man das Mundstück kurz durchblasen, um Fusseln zu entfernen.









Nun ist die Reinigung des Pfeifenkopfes und des Holmes an der Reihe. Je nach Grösse der Holmbohrung kann man einen oder zwei Pfeifenreiniger oder einen zusammen gebogenen Reiniger in den Holm einführen, bis die Spitze in der Kopfbohrung sichtbar ist.
Die Reiniger dürfen nicht die gegenüberliegende Seite der Kopfbohrung berühren, da sonst die schützende Kohleschicht verletzt werden und der Pfeifenkopf an dieser Stelle durchbrennen könnte. Danach greift man den Reiniger direkt am Holm und bewegt ihn mehrmals hin und her. Die Finger bilden dabei einen Anschlag und verhindern, dass der Reiniger zu tief eingeführt wird.

Zum Schluss wird der Pfeifenkopf nochmals ausgeschüttet und durchgeblasen, wegen der entstehenden Staubwolke mit Vorteil nicht im Wohnzimmer.
Danach dreht man das Mundstück wiederum im Uhrzeigersinn ein. Nun muss die Pfeife mindestens 24 Stunden ruhen, damit sie trocknen und das Kondensat sich abbauen kann. Damit erklärt sich auch die Frage, wie viele Pfeifen man besitzen sollte: mindestens so viele, wie man an einem Tag rauchen möchte.
Ist die Kohleschicht im Pfeifenkopf zu dick geworden, kann man sie mit einem speziellen Pfeifenschlüssel ein wenig abfräsen oder, für unerfahrene Raucher zu empfehlen, die Pfeife ins Fachgeschäft zum Service bringen.


Die Aufbewahrung
 
Der grösste Feind der Pfeife, neben dem heiss Rauchen und dem Zerstören der Kohleschicht, ist Wasser.
Die Lagerung muss daher auf jeden Fall trocken erfolgen. Eine gute Luftzirkulation ist wichtig, um einen schnellen Abbau der im Pfeifenkopf gesammelten Kondensate zu ermöglichen. Da das Sonnenlicht Mundstücke und Holz ausbleichen lässt, sollten die kostbaren Stücke auch vor Licht geschützt aufbewahrt werden.

So, nun sollte eigentlich nichts mehr schief gehen! Wir wünschen Ihnen viel Genuss und Freude am Pfeife Rauchen.
Haben Sie Ihren Lieblingstabak noch nicht entdeckt? In unserer grossen Auswahl findet sich bestimmt auch etwas für Ihren Geschmack!